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Party feiern für Uirapuru
9. Rainbowfestival im Aschaffenburger Colos-Saal

Ein bißchen mehr Mut zu "original music", dafür ganz entgegen der Gewohnheit weniger Coverbands - obwohl schon fast eine Institution in Aschaffenburg, ist das "Rainbow Festival" innovativ geblieben. Schon seit neun Jahren stellt ein ehrenamtliches Team um den Mainaschaffer Holger Spielberger das Benefizspektakel zu Gunsten des Regenwalds auf die Beine.

Mit "Boxer" haben die Organisatoren in diesem Jahr eine erstklassige Rhythm 'n' Bluesformation verpflichtet, die angenehm von der Mischung aus Altbekanntem und Oftgehörtem abwich, um mit eigenen Songs vor das relativ junge Publikum zu treten - und auch hier seine Fans fand.

Cream Piece schafften mit ihrem Repertoire den Spagat zwischen feinsten Popsongs und hartem Crossover, deckten eine gewaltige Bandbreite ab: Bei "Corazon espinado" von Santana kam heißes Sommernachtsfeeling auf, "Welcome to Heartlight" von Kenny Loggins holte die Achtziger zurück. Gerade wenn man dachte, den Stil der Band zu kennen, überraschten die acht Musiker mit einer neuen Variante.

Ihre Stärke sind die Vocals: Christoph Zurek rappte in der Tradition Tupac Shakurs über die Bühne, während Sängerin Sabine Fiebig das Publikum mit ihrer beeindruckenden Soulröhre aus der Reserve lockte.

Mit Seven AB verlagerte sich der musikalische Schwerpunkt auf rockigere Gitarrenlinien. Die sieben Musiker aus der Aschaffenburger Umgebung sorgten mit Partyhits der Achtziger und Klassikern der Neuen Deutschen Welle für gute Stimmung im gut gefüllten Colos-Saal. Das Glanzlicht des Auftritts wartete dann aber am Ende: Als "AB-Jammen" hatte man sich die Unterstützung der Profimusiker Franz Ullrich, Hardo van der Straten und Giorgio Camese von "Black & White" geholt. Christian Stock und Gabriel Vill von Seven AB legten Bass und Mikrofon zur Seite und packten Cello und E-Geige aus, stimmten "Nothing Else Matters" von Metallica an. Jetzt wurde die Formation ihrem Namen gerecht: da wurde gejammt, Musik gemacht, die eine eigene Dynamik hatte. Schade nur, dass schon nach dem zweiten Stück Schluss sein musste: das Programm sollte ja weiter gehen.

Der musikalischen Qualität tat das aber keinen Abruch, denn "Boxer" stellte erwartungsgemäß alles dagewesene in den Schatten: ehemals bekannt als "Joe Shocker" haben sich hier schon 1994 eine Hand voll Ausnahmemusiker zusammengefunden.

Beispiel Backup-Gesang: Linda Carriere und Annette Marquard unterstützten Frontmann Holger Stenger nicht nur, waren vielmehr selbst schon ein Erlebnis. Obwohl sie ohne den gewohnten Bläsersatz auf der Bühne standen, brauchten "Boxer" kein Warmlaufen, um den Funken überspringen zu lassen: Songs wie "My love is alive" oder "That ain't working" groovten, bluesig, rockig, wie man eben will, gingen in die Beine und schnell ins Ohr - bis scheinbar viel zu früh das Licht anging.

Der Erlös des Festivals geht auch in diesem Jahr an das Wiederaufforstungsprojekt "Uirapuru" im brasilianischen Regenwald.

Rund 5000 Mark kann der Verein "Rainbow Festival" jährlich dem Nord Süd-Forum zukommen lassen, das wiederum beim Festival mit einem Infostand vertreten ist: Rocken mit Background, sozusagen.

Quelle: Main-Echo, Moni Münch