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Für den Amazonas-Wald
Volles Haus beim 11. Rainbowfestival im Colos-Saal

Den Regenwald retten? Kein leichtes Unterfangen. Aber handeln kann jeder: Das war der Tenor der Diskussionsrunde, die in diesem Jahr erstmals Programmteil des Rainbowfestivals war. Neben der bewährt vielseitigen Musikmischung haben die Organisatoren vom Rainbowteam damit erstmals den Hintergrund des Benefizkonzerts in den Mittelpunkt des Interesses gerückt.

Nach dem Auftritt der ersten Band "Schnitzelteller Schwertransport" war die Bühne frei für ernste Themen. Katrin Sell vom Rainbowteam befragte Thomas Mütze von den Grünen, Rüdiger Jehn vom AK Regenwald und Marc Busse vom Aschaffenburger Ordnungsamt zur Regenwaldproblematik. Das Thema findet zwar seit einigen Jahren in der Öffentlichkeit weniger Beachtung - doch die Probleme werden nicht deshalb kleiner, wenn die Medien das Interesse am Artensterben verlieren.

Was lässt sich hier und jetzt für den Regenwald tun? Die Experten hatten einige Tipps auf Lager. Interessenten können einer Aktionsgruppe beitreten, etwa dem AK Regenwald; oder sie können zumindest Infostände besuchen. Vor allem aber sollte niemand Tropenholz kaufen. Bleibt die Frage, woran man den umstrittenen Rohstoff erkennt. "Oft verrät schon der exotische Name die Herkunft des Holzes", erklärt Jehn. Abachi, Limba, Mahagoni oder Meranti kommen in heimischen Gefilden nicht vor. Weil es in den Tropen den Wechsel der Jahreszeiten nicht gibt, fehlen den Regenwaldhölzern außerdem die Jahresringe - Beim Holzkauf lohnt sich also der eine oder andere prüfende Blick. Vorsicht, so hieß es, sei auch bei Hölzern geboten, die ein Label tragen, das Nachhaltigkeit garantieren soll: Allzu oft sei mit solchen Siegeln schon Schindluder getrieben worden. Die Stadt Aschaffenburg geht ihren Bürgern mit gutem Beispiel voran: So wird seit 1989 in öffentlichen Bauprojekten kein Tropenholz mehr verwendet, wie Busse bestätigte.

Wer mehr über die Problematik wissen wollte, konnte beim Arbeitskreis Regenwald vorbeischauen, der im Eingangsbereich einen Stand aufgebaut hatte.

Nach der Diskussionsrunde rissen ausgereifte Gitarrenakkorde, quirlige Geigensolos und gezupfte Passagen am Kontrabass das Publikum mit: Die Band "Sauerwein" übernahm das musikalische Kommando. Den Abschluss des Abend bestritten "Thomas Mütze und seine Freunde", die mit Songs von Marius Müller Westernhagen die Stimmung aufheizten, um am Ende ihr Publikum mit atmosphärischen Klängen nach Hause zu schicken.

Entspannte Stimmung, ein ansprechendes Musikprogramm und ein aufrichtiges Anliegen haben dem Rainbowfestival zu einer festen Schar von Anhängern verholfen, die auch in diesem Jahr für volles Haus sorgten. Ursprünglich stammt die Initiative aus Mainaschaff, wo sich vor elf Jahren eine Gruppe von jungen Leuten - das Rainbowteam - zusammen gefunden hat, um das Festival jährlich auf die Beine zu stellen. Mittlerweile kann der Abend im April einen festen Platz im Aschaffenburger Terminkalender verbuchen.

Der Erlös des Konzerts geht auch in diesem Jahr an das Projekt Uirapuru im brasilianischen Regenwald. Es will den örtlichen Indianern ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen und ihren Lebensraum, den Wald, erhalten.

Quelle: Main-Echo, Moni Münch