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Rock und Reggae für den brasilianischen Regenwald
Rainbow-Festival im Colos-Saal mit den Gruppen Out of Square, Sky Juice und Christoph Daum Line Up

Er hat es mal wieder geschafft: Am Ende ist alles glatt über die Bühne gegangen und Holger Spielberger, Organisator des Rainbow-Festivals - dieses ging am Donnerstag im Colos-Saal über die Bühne - ist mit den 300 Besuchern sehr zufrieden.

Aufforstungsprojekt "Uirapuru"
Zum 13. Mal können die Gewinne des Benefizkonzerts direkt in das Aufforstungsprojekt "Uirapuru" zur Rettung des brasilianischen Regenwalds fließen. Das ist nicht nur den beiden Vorständen Christian Stock und Holger Spielberger zu verdanken, sondern auch den sechs unermüdlichen Helfern und natürlich den Aschaffenburger Bands, die sich bereit erklärt haben, für den wohltätigen Zweck auf ihre Gage zu verzichten.

Besucher als wichtige Stütze
"Ohne Sponsoren und ohne die Bereitschaft der Colos-Saal-Betreiber, die Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, wäre das Festival nicht denkbar", erklärt Holger Spielberger. Die wichtigste Stütze des Festivals sind allerdings die Besucher, die für ihre Spenden mit hochkarätiger Musik versorgt werden.

Den Anfang macht die Funkrock-Band Out Of Square mit ihrem eigenwilligen Stil aus funkigen Beats und rockigen Gitarren. Sie heizen dem Publikum, das noch etwas auftauen muss, gleich kräftig ein. Die wilde Performance der Band erinnert stellenweise an die Red Hot Chili Peppers, die Eigenkompositionen haben ein umfangreiches Spektrum. Mal sind sie gefühlvoll-melodisch, dann wieder mit harten schmetternden Riffs. Der Sänger und Gitarrist besitzt zur Freude der weiblichen Zuhörerinnen nicht nur Charisma, sondern auch Sex-Appeal. Vor allem dann, wenn er bei einem Gitarrensolo ekstatisch über die Bühne springt.

Unterhaltung und Information
Das Festival will neben Unterhaltung auch Information bieten. Die Umbaupause wird deshalb für einen Vortrag mit Diashow genutzt.

Christina Haverkamp aus Kiel von der Gesellschaft für bedrohte Völker berichtet mit beeindruckendem Bildmaterial von ihren Erfahrungen mit den Yanomi-Indianern. Im Grenzgebiet zwischen Venezuela und Brasilien beheimatet, sind sie eines der letzten noch ursprünglich lebenden Naturvölker.

Seit nunmehr 15 Jahren besucht Christina regelmäßig die im Urwald lebenden Indianer. Anschaulich erzählt sie von deren Alltag, beispielsweise davon, dass sie keinen Kalender besitzen und deshalb auch keiner weiß, wie alt er ist.

...das Eis beginnt zu schmelzen
Bei Sky Juice ist der Saal auf einmal brechend voll. Die Temperatur steigt an - das Eis beginnt zu schmelzen. Mit sanften Tönen eröffnet das erste Stück, funkige Gitarren spielen im Hintergrund, während ganz langsam die Bläser einsetzen und die Dynamik sich kontinuierlich zu einem fetzigen Medley mit dem Song "Eye Of The Tiger" steigert.

Als die ersten unverkennbaren Reggae-Beats erklingen, beginnt der Saal zu schwingen, getragen vom mehrstimmigen Gesang des weiblichen Chors und des Sängers Piita. Frontsängerin Jennifer Washington beeindruckt durch ihre sanfte und volle Stimme und wird von den Backgroundsängerinnen Simone und Johanna kräftig unterstützt.

Karibischer Hüftschwung
Die drei Sängerinnen können nicht nur toll singen, sondern beherrschen auch den karibischen Hüftschwung. Passend zur sommerlichen Atmosphäre wird die Bühne in die drei Reggae-Farben Rot, Gelb und Grün getaucht.

Sky Juice, die Wert auf deutsche Texte legen, sind vielseitig. In einer langsamen, melancholischen Soul-Nummer stimmen sie nachdenkliche Töne an, der Text handelt von Einsamkeit und sozialer Kälte in der Gesellschaft. Der Stil der Band vermischt roots-orientierten Reggae mit Ska und Rock.

Show im Vordergrund
Als letzte Band des Abends stürmt Christoph Daum Line Up mit einem Party-Programm die Bühne. Getreu dem Motto "It's time to feel good!" heizen die Jungs von C.D.L.U. all jenen, die durchgehalten haben, noch mal richtig ein. Die Cover-Band, die sich selbst nicht ernst nimmt, stellt die Show in den Vordergrund und sorgt für eine tolle Stimmung. Nur das Outfit der Boygroup erweist sich als gewollt geschmacklos, mit Jogginghose und Muskel-Shirt sehen die Musiker aus wie frisch von der Fernseh-Couch.

Das Publikum lässt sich dennoch mitreißen und hört wohlwollend über die manchmal etwas ungehobelten Gesangspassagen hinweg.

Quelle: Main-Echo, Frank Dussmann